2019-03-04 18:56

Bülach legt vor

Unihockey

Bülach Floorball gewinnt das erste Duell des Playoff-Halbfinals gegen Lokalrivale Bassersdorf Nürensdorf 5:2 und hat am kommenden Samstag den ersten Matchball.

Bülachs Roman Haab (links) und Simon Weder von UBN zeigen im ersten Playoff-Derby vor 580 Zuschauenden vollen Einsatz. Foto: Sibylle Meier

Bülachs Roman Haab (links) und Simon Weder von UBN zeigen im ersten Playoff-Derby vor 580 Zuschauenden vollen Einsatz. Foto: Sibylle Meier

  • Michel Sutter

Im Schlussdrittel kochten die Emotionen in diesem Erstliga-Derby hoch. Erst gerieten der Bülacher Simon Klingler und Patrick Simmler von Bassersdorf Nürensdorf aneinander, dann revanchierte sich Lars Blumer von den Gästen nach einem Stoss von Bülachs Sven Joller. Es war Gift drin in dieser ersten Partie des Playoffhalbfinals zwischen Bülach und Bassersdorf Nürensdorf. «Es ist ein Derby», sagte Bülach-Trainer Raphael Röthlin. «Da muss es zur Sache gehen.»

Ein Derby, das keines der beiden Teams verlieren wollte. Vor einer Rekordkulisse von 580 Zuschauenden kämpften beide Mannschaften von Anfang an verbissen um jeden Ball, wobei die Chancen im Startdrittel auf beiden Seiten gleichmässig verteilt waren. Tore fielen jedoch keine. Nach fünf Minuten im Mittelabschnitt war der Bann dann gebrochen – und wie: Erst traf Tobias Bertschi zur Bülacher Führung, und nur 43 Sekunden später erhöhten die Hausherren mit einem sehenswerten Distanzschuss von Josha Meier auf 2:0.

Alles wieder offen

Um sich von diesem Doppelschlag zu erholen, brauchte UBN einige Minuten. Dann jedoch lenkte Dominik Schellenberg den Ball vor dem Tor ab, und nicht mal zwei Minuten später schoss Simon Weder aus der Distanz wuchtig aufs Tor – 2:2. Alles wieder offen. «Wir wissen, wie wir mit einem Rückstand umgehen müssen», sagte Sämi Eberle, Coach von UBN. Doch eine Minute vor Drittelsende liessen die Gäste den Bülacher Joel Renold in der Defensivzone mutterseelenallein, dieser nutzte seine Freiheit zum 3:2.

Im Schlussdrittel erwischten die Bülacher den besseren Start und vergaben zahlreiche gute Chancen. So scheiterte Marco Pavoni an UBN-Goalie Christoph Düsel, der eine starke Partie zeigte, und dann traf Fabian Berger nur den Aussenpfosten. Erst einen Konter brachte den Bülachern den alten 2-Tore-Vorsprung zurück: Josha Meier lancierte Pavoni, der sich diesmal nicht düpieren liess: 4:2.

Noch zehn Minuten blieben zu diesem Zeitpunkt in der Sporthalle Hirslen zu absolvieren. Und es wurden zehn turbulente Minuten. Neben den angesprochenen Techtelmechteln zwischen den Spielern gab es Chancen hüben wie drüben. Erst als Samuel Müller vier Minuten vor Schluss zum 5:2 traf, war die Partie entschieden. An diesem Zwischenstand sollte sich nichts mehr ändern, obwohl beide Mannschaften in der Schlussminute noch je einen Penalty vergaben.

Bülach taktisch klug

«Die Niederlage ist ärgerlich, wir sind frustriert», sagte Eberle nach der Partie. «Wir wurden offensiv einfach zu wenig gefährlich.» Für sein Team sei zudem eine neue Situation entstanden: Es fielen keine Tore im ersten Drittel. «Sonst treffen wir immer früh», so Eberle. «Aber immerhin konnten wir ausgleichen.» Insgesamt fand Eberle, die Bülacher seien taktisch besser gewesen: «Wir müssen im nächsten Spiel eine bessere Leistung zeigen.» Dass das seiner Mannschaft gelingen wird, davon ist Eberle überzeugt: «Unser Teamspirit ist riesig, ebenso unser Zusammenhalt. Zudem haben wir Heimvorteil. Den werden wir nutzen.»

Genau das möchten die Bülacher natürlich verhindern. Doch Röthlin glaubt nicht, dass die Serie schon nach dem zweiten Spiel entschieden sein wird. «UBN zeigt einen grossen Willen, es wird sehr hart werden», sagte er. «Ich kann mir gut vorstellen, dass die Serie erst im dritten Spiel entschieden wird.»

Zürcher Unterländer